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Weltenvorstellung Tag 5: Nasren und Nasrime

 

Ihr fragt euch sicher, wieso ich beide - Nasren und Nasrime ­- in einem Beitrag

vorstelle. Nun die ähnlich klingenden Namen sind kein Zufall. Also lasst mich

erklären, was im Vorfeld geschah.

 

Die Sanmaren waren ein hochentwickeltes Volk. Sie verstanden sich nicht bloß auf technische Errungenschaften, sondern besaßen auch ein sehr umfassendes Wissen hinsichtlich Lebensformen. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Wissen Macht ist, und mächtig waren sie, aber auch zerstörerisch. Wer mit DNA experimentiert, experimentiert unweigerlich auch mit Viren und Bakterien. Als ihre Städte dem Untergang geweiht waren, gab es viele Erreger, die in die Umwelt entwichen. Der Schaden an Bevölkerung und Natur war immens. Doch es gab Überlebende dieser Katastrophe. Es war vor allem die Randbevölkerung der Ballungszentren, die sich im richtigen Moment in Sicherheit brachte und nur am Rande betroffen war, als sich die Verseuchung lokal in Luft, Erde und Wasser ausbreitete.

 

Die Überlebenden erfuhren eine degenerative körperliche Veränderung. Möglich war das nur, weil sie am Leben gelassen wurden. Weder die Shivoun noch die Drakkaren zeigten Interesse daran, jemanden zu vernichten, der bereits alles verloren hatte. Der Hass war zwar da, aber die größte Strafe war das Überleben alleine und in einer Welt, an die sie nicht mehr angepasst waren. Hilfe fanden die überlebenden Sanmaren auch nirgendwo. Sämtliche Völker, die unter ihnen zu leiden hatten, verjagten sie oder brachten sie um, wenn die ihnen zu nahe kamen.

 

Die Geschundenen, wie man die heutigen Nasren auch noch immer nennt, haben sich in verlassene Gegenden auf Anmir uns Askis zurückgezogen. Mühsam erarbeiteten sie sich ihre Siedlungen, anfangs sogar im Bestreben ihrer Vergangenheit irgendwann wieder gerecht zu werden. Das klappte nicht, ihnen fehlte der Zugang zu den Mittel und dem Wissen. All das war durch die verseuchten Ruinen der einstigen Städte unzugänglich geworden. Ihr heutiges Leben ist einfacher Ausprägung. Sie lernten, ihr Schicksal zu meistern und erkämpften sich den Zugang zur Magie, indem sie die primitiven Völker dabei beobachteten und nachahmten. Der Prozess war gefährlich und dauerte daher sehr lange, aber gelang. Statt wie ihre Vorfahren diesen Vorteil zum Nachteil anderer Völker einzusetzen, nutzen Nasren die Magie, um sich zu schützen und zu verstecken. Ganz besonders seit einer ungeahnten Wendung innerhalb ihrer eigenen Gesellschaft.

 

Mit dem Zugang der Magie schlich sich ein zunächst unbemerkter Einfluss bei ihnen ein. Ihre geistige Führung - ein langsam entstandener Glaube hielt sie aufrecht­ - erfuhr ein düsteres Flüstern. Es versprach Befreiung von der Last ihrer

degenerativen Natur und dem ewigen Kampf ums Überleben und ungewollter

Entdeckung. Irgendwann gab einer der Geistlichen diesem Flüstern nach und

führte das erste Ritual der Wiederkehr durch. Er brachte sich dieser höheren

Macht, von der das Flüstern kam, als Opfer dar, natürlich mit entsprechend

magischer Vorbereitung. Der erste Nasrime war entstanden, ein Untoter, Diener

der Xaovoun.  

 

Auf verdrehte Weise hat sich damit das geflüsterte Versprechen sogar erfüllt. Sie

sind befreit: Von allen Gefühlen, außer dem Hass auf das Leben, von Schmerzen und den meisten tödlichen Einflüssen dieser Welt. Sie sind beinahe unsterblich. Somit war es ihnen möglich, die verseuchten Landstriche und damit die Ruinen der sanmarischen Ära zu betreten und sich dort einzunisten. Sie gruben in der Vergangenheit und erschlossen sich altes Wissen und zum Teil auch alte Technologie, sofern sie überdauert hat. Mit dieser haben sie zum Ziel, die

Xaovoun, ihre Erlöser, in diese Welt zu holen.

 

Die kompletten Steckbriefe mit Informationen zum Aussehen, Kultur und Gesellschaftsstrukturen beider Völker stehen euch unter https://www.rike-moor.de/2016/06/24/nasren/ und https://www.rike-moor.de/2016/07/23/nasrime/

zur Verfügung.