· 

Weltenvorstellung Tag 3: Ende einer Ära

Wer bis hierhin fleißig mitgelesen hat, weiß jetzt um die Entwicklung der Shivoun und Xaovoun. Aber das erklärt noch nicht deren Rückkehr nach Kataria. Nun, eigentlich ist es auch nicht unbedingt ihnen zu verdanken, wie ich unlängst verriet. Ihr wisst doch noch, dass die  Drakkaren einen starken Götterglauben hegten. Damit verbunden waren Geschichten, die bis weit in die Zeit der Draks reichten und somit auch bis zur Verbannung der Voun.

 

In ihrer Not und weil ihre Göttin noch immer spurlos verschwunden war, suchten sie eine Verbindung zu jenen Voun, die das Leben achteten. Denn die Sanmaren hatten sich mit ihrer feindlichen Einstellung zu anderen Völkern und der Beanspruchung jedes Lebensraumes als das komplette Gegenteil herausgestellt. Daher ist die Überlegung der Drakkaren gar nicht mal so abwegig.

 

Ihnen gelang das Kunststück, einen Kontakt herzustellen und den Shivoun der

Lichtlande auf Dauer eine Brücke zu schlagen. Die Bedingung war ihr Beistand im Kampf gegen die Sanmaren. Dabei nutzten sie keine direkte Konfrontation. Die Shivoun hatten während der Zeit im Exil ein Verständnis für das Gleichgewicht entwickelt, wie Scheeseecha es einst von ihnen erwartet hatte. So erschienen sie den Sanmaren in Träumen und mahnten zur Einsicht. Wie ihre Erscheinung auf Sterbliche wirkt könnt ihr gerne im vorangegangenen Beitrag nachlesen, dem Textauszug aus Yriiels Sicht aus Band 2 „Die schwarzen Steine“.

 

Den Shivoun gelang es, einige Sanmaren auf ihre Seite zu ziehen, vorrangig jene die vom Krieg die Nase voll hatten und einfach nur Frieden wollten. Die

Abtrünnigen, wie sie von ihren Leuten genannt wurden, schlugen sich auf die

Seite der Drakkaren und wurden fortan ebenso bekämpft.

 

Gegen Ende des Krieges, die Sanmaren waren alleine durch die interne Zerrüttung geschwächt, trat noch einmal eine ungeahnte Wendung ein. Die Xaovoun kehrten zurück. Ihr Auftauchen verdankten sie der Technik der Sanmaren. Jene hatten sich schon vor einiger Zeit die Kurzstreckenteleportation erschlossen als sehr angenehme Reisemöglichkeit. Durch Veränderungen an der Technik, um sie als Kriegslist einzusetzen, gab es eine ungewollte Nebenwirkung. Es entstand eine kurzzeitige Verbindung zwischen der materiellen Welt Kataria und dem Schattenreich. Die Xaovoun nutzten dieses winzige Fenster zur Außenwelt und hefteten sich an die Reisenden wie ein Schmarotzer an einen Wirt. Das hatte den Tod des Betroffenen zur Folge.

 

Allerdings weckte diese fatale Anomalie auch das Interesse der Sanmaren, die

nicht erkannten, worauf sie gestoßen waren. Sie hatten sich ganz von der Magie,

dem Glauben an Scheeseecha und alles, was damit verbunden war, abgewandt.

 

In ihrem verblendeten Forscherdrang meinten sie in der unbekannten Energie eine Waffe gegen die Drakkaren gefunden zu haben. Tatsächlich gelang ihnen die Verschmelzung zwischen Wirt und Xaovoun, ohne zu wissen, was sie sich damit ins Haus holten. Die ersten Probanden hielten nicht lange durch, aber die nächsten wurden immer resistenter. Dafür sorgten verschiedene technische und wissenschaftliche Erkenntnisse. Unerfahren waren die Sanmaren in der Verschmelzung unterschiedlicher DNA nämlich nicht, wenngleich diese Art der Verschmelzung deutlich komplexer gewesen ist. Auf das Konto der Sanmaren geht auch die Erschaffung der Jaotare, die sie bereits sehr früh im Bruderkrieg als Waffe einsetzten. Ihren neuen und ungeheuerlichen Experimenten mit den Xaovoun verdanken die Morag ihre heutige Existenz. (Eine Kurzgeschichte hierzu ist in Planung.)

 

In den letzten Zügen des Bruderkrieges zwischen Drakkaren und Sanmaren kam es daher zum ungeplanten Aufeinandertreffen der zwei großen magischen Mächte Katarias. Die Shivoun besaßen den Vorteil einer dauerhaften Verbindung in diese Welt, die Xaovoun nicht. Zudem waren die Mischwesen aus Sanmaren und Xaovoun ihren Gegner nicht ebenbürtig. Dennoch reichte die Schlagkraft beider Seiten aus, großen Schaden anzurichten. Die größten Verlierer waren schließlich die Sanmaren. Ihre Zivilisation wurde vom Antlitz Katarias getilgt. Aus den wenigen Überlebenden gingen die heutigen Rhinag, Morag, Nasren und Nasrime hervor.

 

Diese Nachfahren der Sanmaren werde ich euch fortfolgend vorstellen und damit

schließt sich der Kreis allmählich im Hinblick auf meine Romane, denen diese

umfassende Geschichte Katarias zugrunde liegt.