Strom - ein Grundbedürfnis

Kennt ihr das Wort 'Grundbedürfnis'?

Ihr habt es sicher schon einmal irgendwo in den Medien gehört. Ein Grundbedürfnis ist ein Verlangen, dass gestillt werden muss und an dem man nicht vorbeikommt. Es ist existenzsichernd. Leider gibt es bis heute keine einheitliche Definition. Aber ein gewisser Herr Maslow hat sich einst die Mühe gemacht, eine sogenannte Bedürfnispyramide aufzustellen. Die Basis bildet das sog. Grund- und Existenzbedürfnis. Hierzu zählen Essen, Trinken, saubere Luft, Schlaf und Kleidung, also all das, was ein Mensch zum Überleben braucht. Seine Arbeiten sind von vor 1970 und bräuchten dringend eine neue Definition, denn Bedürfnisse können sich ändern und das ist bei uns schon längst der Fall.

 

Was hat sich verändert?

Die dem Grund- und Existenzbedürfnis übergeordnete Ebene ist die Sicherheit. Hierzu zählten damals schon eine Wohnung, Gesundheit und Schutz. Ja, ihr lest richtig. Laut dieser Aufstellung ist es kein Grundbedürfnis eine Wohnung zu haben. Das empfinde ich persönlich als absolut falsch, denn ohne Wohnung ist unser heutiges Leben nicht mehr denkbar. Ohne Wohnung gibt es keine Möglichkeit, an Arbeit zu gelangen, soziale Hilfe oder sogar ein Bankkonto zu bekommen. Für alles braucht man heutzutage eine Wohnung, sie ist existenzsichernd geworden.

 

Aber das gilt nicht nur für die Wohnung. Auch Strom hat sich zu einem unverzichtbaren Gut für jeden Menschen entwickelt. Es läuft nichts mehr ohne Strom. Das ist der Fluch des digitalen Zeitalters und es wird Zeit, Wohnung und Strom als Grundbedürfnisse zu akzeptieren.

 

Auf dieser Grundlage erscheint es mir mehr als absurd, dass sehr viele Stromanbieter für das Jahr 2019 eine deutliche Preissteigerung angekündigt haben. Die Begründung lautet: Steigende Beschaffungskosten. (hier nachzulesen: https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/strom-wird-im-jahr-2019-deutlich-teurer/ar-BBPO4c8?ocid=spartanntp) Die Verbraucher zahlen also für den Mehraufwand. Nun gut, Verbraucher bezahlen also ihren Verbrauch. Der Satz ist in sich logisch. Wenn man sich dagegen einen anderen Umstand vor Augen führt, schwindet das Verständnis dafür.

 

Jährlich steigt die Zahl der von Stromsperrungen betroffenen Haushalte. Ihnen wird damit ein existenzsicherndes Bedürfnis entzogen. Über die Gründe für nicht bezahlte Stromrechnungen kann man übelst lange diskutieren, doch das muss an dieser Stelle nicht sein. Fakt ist, hier existiert ein Missstand. Strom wird nämlich mehr und mehr zu einem Luxusgut und Luxusgüter rangieren in der Maslowschen Bedürfnispyramide - na wo wohl? - ganz oben.

 

Und nun? Was tun?

Eigentlich wäre der Staat dafür zuständig, die Existenz seiner Staatsbürger zu verteidigen, dafür zu sorgen, dass genau jene Bedürfnisse gesichert sind, wenn es die Betroffenen nicht mehr selber können - egal wie dieses Unvermögen zunächst einmal aussieht. Betroffen sind ja nicht bloß Erwerbslose, es trifft auch die arbeitende Bevölkerung. 

 

Diese staatliche Fürsorge geschieht nicht. Nicht einmal unser Sozialsystem ist dazu in der Lage. Das beste Beispiel hierfür sind die Hartz IV Sätze. Sie sind in Berechnungsbereiche aufgeteilt. Dazu zählt auch der Bedarf an Strom. Dieser wird allerhöchstens zu 50% gedeckt, den Rest muss der Hilfesuchende vom restlichen Geld abzwacken, das für die übrigen Belange des Alltags reichen muss und zwar monatlich! Das ist bürokratischer Irrsinn verifiziert durch geltendes Recht.

 

Jetzt werden bestimmt Stimmen laut ala: Wie soll das gehen? Die Politik hat keinen Einfluss auf die Wirtschaft!

 

Ja, der Umstand ist mir bewusst. In Deutschland herrscht das System der freien Marktwirtschaft. Aber die Politik muss auch nicht die Wirtschaft kontrollieren. Es würde reichen, ein paralleles System zu etablieren, das die Grund- und Existenzbedürfnisse vollkommen abdeckt und damit schützt, ohne die Menschen zu gängeln. Dieses System wäre ein neuer Konkurrent auf dem Wirtschaftsmarkt, so dass nicht automatisch gilt: Wenn mehr Geld in den Taschen der Bürger existiert, steigen die Preise immer weiter. Denn an dieser Regel orientiert sich mitunter wirtschaftliches Denken und Handeln. Dieses Vorgehen kann also beeinflusst werden, ohne die Wirtschaft direkt zu kontrollieren.

 

Wie die Politiker so ein System aufbauen wollen/sollen, kann und will ich nicht aufzeigen. Das ist nicht meine Aufgabe. Es ist deren Arbeit, die sie wie in allen Bereichen seit Jahren nur unzureichend erbringen. Vom gemeinen Bürger wird auch verlangt, dass er seiner Arbeit nachkommt. Wie das passiert, geht denen da oben gelinde gesagt am Arsch vorbei. Wenn Diäten regelmäßig erhöht werden, dann können die Staatsbürger auch eine komplette Absicherung fordern und auf die Umsetzung pochen. Dazu sollte sich die gesamte Gesellschaft einen und nicht laufend der Denke frönen: Alles mir, alles meinszuerst ich, dann die anderen - oder - jeder für sich selbst. Das ist der Samen von Neid und Missgunst. 

 

Schlusswort

Grundbedürfnisse gehören gesondert geschützt! Alles andere ist Ausbeutung unter Zwang und staatlicher Aufsicht. 

 

Eure Rike

 

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