CharakterofSeptember2018-Challenge Tag 13 und 14

 

Heute bin ich es, die auf sich hat warten lassen. Abgehetzt und geistig halb abwesend treffe ich bei den beiden ein. Es gibt derzeit so viel zu erledigen, dass ich mich zuerst sortieren muss. Nairi und Yriiel schauen mich amüsiert an. Derweil bin ich froh, Nairi wieder zu sehen, offenbar in weit besserer Laune als zuletzt. Aufgrund der letzten Fragen mag der eine oder andere schon vermuten, dass die Manori in ihren Stämmen aufwachsen. Daher gehe ich gleich ins Detail mit meinen Fragen. Es dreht sich um ihre Jugend.

 

Wie seid ihr aufgewachsen?

»Du stellst Fragen«, entgegnet Yriiel und muss sich ein Auflachen verkneifen. »Natürlich wie jeder andere im Stamm. Wir gehen bis ins Jugendalter in Schulen, lernen unsere Geschichte, Sprache und was es heißt, im Dschungel zu leben.«

 

»Danach werden wir nach unseren Interessen geschult«, erklärt Nairi weiter. »Es ist wichtig, dass wir unsere zukünftige Aufgabe im Stamm mögen. Es gibt keinen Zwang. Manche wissen es eher, manche später, was das Richtige für sie ist.«

 

Ohne Zwang? Und das klappt?

»Natürlich«, antwortet Nairi. »Was macht es denn für einen Sinn, jemand zu zwingen? Das schürt nur Unzufriedenheit und das führt zu Problemen. Im Dschungel muss man sich aufeinander verlassen können.«

 

»Daran haben auch die Stammesmitglieder einen Anteil, die ihrem Handwerk nachgehen«, meint Yriiel und zeigt mir seinen mannshohen Kampfstab. »Ohne diese Waffe wären wir Krieger nutzlos. Wir könnten unsere Leute nicht schützen. Es liegt viel Verantwortung bei den Stabmeistern. Wenn sie nicht mit ganzem Herzen bei ihrer Arbeit wäre, könnten wir ihren Waffen nicht vertrauen und unsere Aufgabe nicht erledigen.«

 

Ich nicke verstehend und denke unwillkürlich an gewisse Umstände meines eigenen Lebens. Doch deswegen bin ich nicht hier und gehe zur nächsten Frage über.

 

Wart ihr als Kinder glücklich?

Nairi rollt leicht mit den Augen, ehe sie antwortet. »Bis auf den Verlust meines Vaters war ich meistens glücklich. Ich habe gemacht, was andere Kinder auch gemacht haben, gespielt, gelacht und getobt.«

 

»Und über die Stränge geschlagen«, fügt Yriiel hinzu. An näheren Ausführungen ist er dann aber doch nicht interessiert und schweigt sich darüber aus.

 

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