Schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist

 

 

Der Blogartikel beschreibt ziemlich genau den Kern der DSGVO. Beweislastumkehr nennt sich das in einem Wort. Doch was bedeutet das nun in der sehr bald alltäglichen Anwendung? Ganz einfach. 

Ihr müsst beweisen, dass ihr die Einwilligung der Betroffenen zur Erhebung ihrer Daten besitzt.

 

In den letzten Tagen sind mir vorwiegend auf Facebook Beiträge aufgefallen, wo Blogger die mit ihnen kooperierenden Autoren aufriefen, ihre Zustimmung dafür zu geben, dass deren Cover, Klappentexte – alles was in den Bereich der Datenerhebung fällt – weiter auf dem Blog gepostet werden dürfen, um der DSGVO zu genügen. 

 

An sich ist das Vorgehen lobenswert. Es zeigt die Auseinandersetzung mit diesem Thema und den Schritt in die richtige Richtung. Dieser Schritt ist nur leider nicht zu Ende gedacht. Die Umsetzung ist nämlich Mist und wird im Zweifelsfall nicht als Beweis ausreichen. Ihr wisst um die Beweislastumkehr der DSGVO, danach müsst ihr handeln.

Folgende Fragen stellen sich mir bei dem aktuellen Vorgehen auf Facebook:

 

·      Wie viele Artikel veröffentlicht ihr auf Facebook? Ein Artikel rutscht schnell sehr weit ab in der Timeline. Wollt ihr diesen Artikel permanent oben anpinnen?

·      Findet ihr später diese Zustimmungen wieder?

·      Wie wollt ihr anhand dieser Kommentare später die euch erteilte Befugnis beweisen, solltet ihr dazu aufgefordert werden?

·      Macht ihr einen Screenshot? Wunderbar, da gebt ihr im Zweifelsfall auch die Zustimmung aller anderen Kommentatoren weiter.

·      Wie handhabt ihr einen Widerruf einer erteilten Zustimmung?

·      Was macht ihr im Falle einer Löschung des Artikels oder gar der Stilllegung eurer Seite/Acoounts auf Facebook, aber seid noch als Blogger wie bisher aktiv?

All diese Fragen sollen aufzeigen, dass ihr mit so einem digitalen Aufruf nicht auf der sicheren Seite steht. Es dient höchstens der eigenen PR. Sollte das der Fall sein, dann Glückwunsch, das ist euch gelungen. Ich hoffe jedoch, dass im Hintergrund die richtigen Schritte unternommen werden.

 

Falls nicht, dann beherzigt Folgendes:

 

·   Die Einwilligung schriftlich einholen, wahlweise per Mail.

 

·   Anhang oder Mail ausdrucken, abheften und vor unbefugten Zugriff schützen. Das bezieht auch die im eigenen Haushalt lebenden Personen ein. Es handelt sich hier immerhin um Fremddaten.

 

·   Zusätzlich solltet ihr jeden einzelnen Autor darüber aufklären, was mit den in diesem Rahmen erhobenen Daten passiert. Dazu gehört auch die Adressdaten eures Bezugs. Doch das wisst ihr ja.

 

·   Im Falle eines Widerrufs sind sämtliche Daten zu löschen. An dieser Stelle habt ihr dann die ausgedruckten Daten zu zerstören und evtl. – je nach Ausmaß des Widerrufs – auch die Adressdaten eures Bezugs.

Ihr meint, das ist Irrsinn? Klar, aber Irrsinn den wir der EU zu verdanken haben, die auf den Missbrauch erhobener Daten reagiert. Wäre es nicht dazu gekommen, würden wir uns vermutlich jetzt nicht in dieser Situation befinden. Jetzt können wir erst einmal nichts anderes machen, als uns dem Monster DSGVO zu beugen. Also seid schlau. Arbeitet sorgsam und habt alle erforderlichen Beweise griffbereit.

 

Eure Rike

(Bildquelle: pixabay.com)

 

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