Bildbearbeitung mit GIMP Teil 2

Bevor wir anfangen, möchte ich mich für die etwas längere Wartezeit entschuldigen. Bisher gab es im Abstand von etwa einer Woche (+/- 2 Tagen), jeweils ein Tutorial. Private und berufliche Gründe haben mich dieses Mal jedoch davon abgehalten, diesen Zeitintervall einzuhalten. Ich hoffe, die nächsten Tutorials wieder in der gewohnten Zeit anzufertigen und veröffentlichen zu können. Doch nun zum Wesentlichen. Ich versprach letztes Mal, dass wir mit Ebenemasken arbeiten werden. Also los!

 

Was sind Ebenenmasken und wozu sind sie gut?

Das Wort Maske bezeichnet eine Verschleierung der Oberfläche, wie z. B. beim Karneval. Daher auch das Bild zum heutigen Artikel. Ob mit Gesichtsfarbe oder als Gegenstand ist egal. Masken verdecken etwas. Hier ist es nicht anders. Eine Ebenenmaske verdeckt also eine Ebene. Schneidet man bestimmte Bereiche frei, wird das Darunterliegende sichtbar.

 

Diese einfache Definition werden wir anhand eines simplen Beispiels zur Bildbearbeitung beweisen. Damit es nicht zu öde wird, kommen noch ein paar Bearbeitungsschritte hinzu. Ihr werdet schließlich nie vielleicht vereinzelt nur einen Handgriff zu tun haben, wenn ihr Bilder aufbereitet.

Schritt 1: Auswahl des Bildes

Sucht euch ein einfaches Bild aus. In meinem Fall ist es eine Ameise. (Die Quelle ist wie so oft bei mir pixabay.com.) Sie ist perfekt für meinen Blogartikel über die grünen Baumameisen von Onar, einem Kontinent meiner Romanwelt, geeignet. Ich bin nicht gerade ein Zeichentalent, weshalb ich versuche, mit der Bildbearbeitung dieses Defizit auszugleichen.

Ich will also eine grüne Ameise haben und zwar genau diese hier :

 

 

Achtet bitte im weiteren Arbeitsablauf darauf, die richtige Ebene ausgewählt zu haben. Ihr erkennt das, an der Grauschattierung.

 

Schritt 2: Einfärben

Zunächst legen wir ein Backup des Bildes an, betiteln es als solches und dublizieren es 2x. Das untere der Dublikate ist meine Basis und das darüber wird eingefärbt. Dazu nutzen wir im Menü Farben“ die Funktion „Einfärben“. Ihr dürftet den Schritt noch kennen. (Da ich nicht weiß, welches Bild ihr vorliegen habt, könnt ihr das Einfärben womöglich überspringen.)

Nach dem Färbevorgang sieht mein Ergebnis nebst sämtlicher Arbeitsschritte so aus ->

 

Wer jetzt genau hinsieht, wird im Vergleich zum oberen Bild erkennen, dass es noch leichte Unterschiede (die Augen) gibt, die aber im Vergleich eine starke Wirkung erzielen. Es geht also weiter.


Schritt 3: Entsättigen und Ebenenmaske

Widmen wir uns nun der Basis, bei mir das mittlere Bild in der Ebenenabfolge. Es ist das erste meiner Dublikate, ihr erinnert euch? Dort nehme ich jetzt die Farbe heraus.

Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich könnte das mit der Funktion „Einfärben“ machen, indem ich den Regler für die Sättigung nach links schiebe. Ich könnte aber auch den Befehl „Entsättigen“ nehmen. 


Egal ob ihr diesen Arbeitsschritt gerade braucht oder nicht, klickt den Befehl "Entsättigen" im Menü Farben“ einmal an. Es öffnet sich ein neues Fenster mit drei unterschiedlichen Auswahlmöglichkeiten.

 

Wie immer gibt es auch die Möglichkeit der in-time Vorschau. Meine Auswahl bleibt bei „Leuchtkraft“. Mit „OK“ wird bestätigt. Jetzt spiele ich noch ein wenig an den Kontrasten. Schließlich will ich satte schwarze Augen haben an meiner grünen Ameise.

  

Zur Erinnerung:

Meine Ebenenabfolge lautet von unten nach oben, Backup, Basis und Einfärben. Zu sehen im vorherigen Bild. Und vergesst nicht das Augensymbol. Es blendet euch Ebenen ein oder aus.

 

Nun kommen wir zur Ebenenmaske. Hierzu sollte zwingend das Ergebnis der Arbeit bekannt sein. In meinem Fall will ich meiner grünen Ameise schwarze Augen verpassen. Also arbeite ich mit dem eingefärbten Bild weiter. Dazu muss es über dem entsättigten Bild liegen.

Ich klicke es an und öffne mit einem Rechtsklick ein Extra-Menü für die Ebenenbearbeitung. Es gibt eine Reihe an Möglichkeiten. Einige davon dürften euch bereits bekannt sein, einige selbsterklärend, einiges ist noch fremd. Wir wählen den Befehl „Ebenenmaske hinzufügen“ aus und – oh Wunder – ein neues Auswahlfenster öffnet sich.

 

Hier bestimmen wir die Art der Maske. Die Auswahl ist erschöpfend und ehrlich gesagt kann ich euch nicht zu jeder Einstellung eine Erklärung liefern. Ich selbst arbeite bisher nur mit den oberen beiden Einstellungen. Es dürften eh die geläufigsten sein. Am liebsten ist mir die mit „Weiß (volle Deckkraft)“. Was das heißt erfahren wir gleich. Zunächst bestätigen wir diese Auswahl.

 


Meine eingefärbte Ebene ist nun um ein Detail im Ebenendialog bereichert worden. Ihr solltet nun ein weißes Rechteck neben dem Titel der von euch ausgesuchten Ebene sehen. Das ist eure Maske und wie ihr weiterhin seht, hat sich nichts an eurem Bild geändert. Weiße Ebenenenmasken haben auf das angewendete Bild zunächst keine Auswirkung. Hätten wir die Auswahl „Schwarz (voll Transparenz)“ genommen, wäre es nun unsichtbar. Probiert es aus. Ich finde es für Anfänger komplett hinderlich. Außerdem bin ich ein visueller Mensch. Ich sehe gerne, was ich da mache und bevorzuge die erste Auswahl. Allerdings richtet sich auch das immer nach dem zu erzielenden Ergebnis. Überlegt es euch also in Zukunft gut.

 

Damit ich nun meine schwarzen Augen herausarbeiten kann, muss ich sozusagen unsere Löcher in die Maske schneiden. Das geschieht ganz elegant mit dem Pinseltool. Ich habe es euch in meinem ersten Einführungstutorial vorgestellt als eines der wichtigsten Hilfsmittel. (Lest evtl. dort noch einmal nach). Asche über mein Haupt, ich habe es bisher nicht einmal gebraucht. Wählen wir es also aus dem Werkzeugkasten aus und nehmen im Dialog „Werkzeugeinstellungen“ eine Anpassung vor.

Ich wähle – besonders gut für Feinarbeiten wie diese – die Pinselspitze mit dem höchsten Grad an Weichzeichnung der Ränder. Das ist sehr leicht zu erkennen. Je unschärfer der Pinselrand, umso höher die äußerliche Weichzeichnung. Die Farbübergänge sind nicht scharf abgegrenzt. Nun brauche ich noch eine ansprechende Pinselgröße. Meine liegt bei 8. Fürs genauere Freilegen vergrößere ich mein Bild mit dem Lupentool.

 

Merkt euch:

Einstellungen an den Zeichentools macht ihr im Dialog für Werkzeugeinstellungen“. IMMER!

 

Nun brauche ich noch Schwarz als Vordergrundfarbe. Denn wenn weiß uns volle Deckkraft erzeugt, ist schwarz folglich volle Transparenz.

 

Vorsichtig male ich also mit schwarzer Farbe und der passenden Pinselspitze meinen freizulegenden Bereich aus. Habe ich zu viel ausgemalt, kann ich entweder den gesamten Arbeitsschritt mit der Tastenkombination Strg+Z rückgängig machen, im Menü unter „Bearbeiten“ dasselbe tun oder aber ich male mit weiß darüber. Ihr habt die freie Auswahl. 

Achtet darauf, dass die maskierte und die entsättigte Ebene sichtbar sind, also das Augensymbol vor der Ebene im Dialog liegt.

 

Solltet ihr merken, an der maskierten Ebene noch farbliche Veränderungen vornehmen zu wollen, müsst ihr die Ebenenmaske zunächst deaktivieren. Ansonsten werdet ihr euch stets in der Maske befinden. Farben haben hier die Angewohnheit einen gewissen Grad an Transparenz bzw. Deckkraft zu haben (vorwiegend Grautöne) oder ihr erhaltet gleich eine Fehlermeldung, wenn ich versucht mit einer Funktion wie Einfärben zu arbeiten. Die entsprechende Auswahl findet ihr auf demselben Weg wie zum Hinzufügen der Ebenenmaske. Erkennbar ist die deaktivierte Maske an ihrer roten Umrandung.

Tja, und das war es dann auch schon wieder. Mein nächstes Thema wird sich um das Datenvolumen und dessen nachträgliche Reduzierung drehen sowie das Installieren hilfreicher AddIns und mehr, ehe wir aller Voraussicht nach mit dem Aufbau und der Gestaltung eines Taschenbucheinbandes beginnen.

Eure Rike

 

zurück