Erzogen zum Nicht-Denken

 

Das ist meine These für diesen Artikel. Ich bin mir durchaus im Klaren, damit zu provozieren. Wisst ihr was? Das will ich im ersten Augenblick auch. Denn so erhalte ich eure Aufmerksamkeit. Wer meine letzten Blogbeiträge (hier und hier) mitverfolgt hat, wird schon wissen worum es wieder geht, die DSGVO und wie sie die Meinungsfreiheit beschneidet und wie wir nichts dagegen unternehmen. Im letzten Beitrag habe ich bekundet, dass wir nur eine Möglichkeit hätten, um uns zur Wehr zu setzen. Nun, vielleicht lag ich damit nicht ganz richtig. Das Thema erhitzt noch immer mein Gemüt. Da fällt auch mir manchmal etwas zu vorschnell durch meine Gehirnwindungen. Doch alles mal der Reihe nach.

 

Denken als Grundeigenschaft des Menschen!

Wenn ich behaupte, wir würden zum Nicht-Denken (um)erzogen, dann meine ich es genau so. Es ist in meinen Augen ein schleichender, geschickt eingefädelter Prozess. Denken ist eine Grundeigenschaft des Menschen. Doch wir denken nur über die Dinge nach, die uns interessieren und von denen wir wissen. Wenn wir über etwas im Unwissen sind, dann können wir uns darüber keinen Kopf machen. Logisch, oder?

 

Und genau das ist der Knackpunkt. Uns wird das Denken abgenommen indem wir unwissend werden. Ihr glaubt mir nicht? Nun, woher beziehen wir denn unser Wissen? Was sind unsere Quellen?

  1. Bücher
  2. Lehrer/Ausbilder/Akademiker
  3. Fachzeitschriften
  4. Fernsehen
  5. Radio
  6. SozialMedia

Habe ich etwas vergessen? Wenn ja, teilt es mir mit. Diese Auflistung ist jedoch schon ausreichend. Für meine weitere Betrachtung lasse ich die ersten beiden Punkte unter den Tisch fallen. Alle anderen Quellen finden rege Anwendung in unserem Alltag. Die dort kommunizierten Informationen sind uns leicht zugänglich, wir verlassen uns darauf und auch dass sie der Wahrheit entsprechen. In Zeiten von Fakenews ist das nicht mehr zu 100% trivial. Daher erwähne ich es.

 

Störung im Informationsfluss!

Was passiert also, wenn Informationen nicht mehr kommuniziert sprich an die Öffentlichkeit geraten? Ganz einfach. Wir wissen davon nichts. Seit gestern frage ich mich, ob seit dem Beschluss der DSGVO am 16. April 2018 jene der Öffentlichkeit als das präsentiert wurde, was sie gemein hin auch ist und für den gesamten Staat bedeutet.

 

Die Antwort darauf ist, ich kann mich daran nicht erinnern. Stehe ich damit alleine oder geht es euch genauso? Auf jeden Fall hinterläßt dieser Umstand, davon bis vor einigen Monaten - als die Diskussion über die DSGVO unter Bloggern und Autoren die Runde machte - nichts gewusst zu haben, den schalen Beigeschmack, dass es dieses Mal wieder ähnlich läuft wie mit dem gekippten Bankengeheimnis.

 

Erinnert ihr euch? Da standen ganz andere Themen z. B. die Homoehe im Fordergrund.Ich bitte um Verzeihung, wenn das nun so klingt, als wäre es falsch gewesen, darüber derart öffentlich zu berichten. Das war es definitiv nicht. Falsch war lediglich, dass dadurch ein mindestens ebenso wichtiges Thema am Normalbürger vorbeigeschleust wurde. Eine große Mitschuld daran tragen die Medien, unsere Informationsquelle!

 

Selbes Spielchen passiert gerade wieder. In aller Munde sind die Hartz IV Debatten, das Gerede über die Neufindung der SPD und die internen Querelen, der heilige Kreuzzug von Söder in Bayern gegen andere Religionen und psychische Erkrankungen und und und.

 

All das ist natürlich genauso wichtig. Es darf nicht unter den Tisch fallen. Die Meinungen zu alledem kursieren frei im Netz, weil wir darum wissen und unsere Gedanken dazu kundtun. DAS ist Meinungsfreiheit, sie ist laut Grundgesetz in Wort, Schrift und Bild erlaubt. Sobald die DSGVO Anwendung in Deutschland findet haben wir ein riesen Problem und genau das wird seit 2 Jahren nicht öffentlich diskutiert. 2 Jahre! Das betrifft die vergangene Legislaturperiode. Eine Auflistung der Alltagsprobleme findet ihr in einem meiner gestrigen Beiträge (hier entlang).

 

Das hat direkte Auswirkungen auf unsere Informationsquellen. Dem normalen Bürger werden die Hände gebunden, noch ehe er davon etwas weiß. Doch dann ist es zu spät. Dann haben wir Umstände, die das sharen und teilen von Quellen in den unterschiedlichsten SozialMedia Kanälen als Verstoß gegen die DSGVO sehen. Ausgenommen ist natürlich die Presse.

 

Widersetzt man sich der DSGVO riskiert man eine Anklage. DAS ist das Mittel derer sich unsere Regierung bedient.

Klage als Gegenwehr!

Das Recht auf Klage habe ich gestern bereits genannt (hier nachzulesen). Jeder Bundesbürger hat das Recht, den Staat zu verklagen und die Einhaltung der Grundrechte einzufordern.

 

Das Presserecht als Gegenwehr!

Gestern erhielt ich auf Facebook einen Leserkommentar, der unter anderem besagt:

 

Zitat:

"Werde ich doch wieder einen Presseausweis beantragen. Sonst kann ich ja nichts mehr Fotografierenden."

 

Interessiert wie ich bin, habe ich nach der Möglichkeit solch einer Beantragung recherchiert. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Kurz gesagt, jeder darf einen Antrag auf Ausstellung eines Presseausweise bei den unterschiedlichen Verbänden, die in Deutschland existieren, stellen. Aber die geforderten Nachweise zur Bewilligung des Antrags sind für die Wenigsten zu leisten. Eine Ablehnung ist also sehr wahrscheinlich.

 

Allerdings sehe ich in diesem Vorgang eine Möglichkeit, die Stimme zu erheben. Würden wir alle ab jetzt oder spätestens ab dem 25. Mai 2018 sämtliche Verbände, die einen Presseausweis ausstellen dürfen, mit Anträgen überschwemmen, wäre das mit ziemlicher Sicherheit ein lauter Aufschreim eine unüberhörbare Forderung nach unserem Recht auf Meinungsfreiheit, wie bisher gewesen.

 

 

Eine Petition!

Auf change.org läuft derzeit eine Petition gegen die DSGVO (auf change.org oder openpetition.de). Ich kann nicht erkennen, wann diese Petitionen ins Leben gerufen wurde. Was ich sehr wohl erkenne, ist die noch sehr geringe Anzahl von Unterschriften in Bezug auf unsere Einwohnerzahl in Deutschland. Derzeit verzeichnet die Petition bei change.org nur 2295 abgegebene Stimmen, die bei openpetition.de weit über 12.000. Im Vergleich zur Bevölkerungszahl in Deutschland sind das noch verdammt wenige Unterschriften.

 

Zeigt mit eurer Unterschrift, dass ihr euch Gedanken macht und Interesse an eurem Recht auf freie Meinungsäußerung habt und es verteidigen wollt. Unterzeichnet die Petition!

 

 

Darüber Sprechen, Schreiben und Darstellen!

DAS ist neben der Unterschrift bei einer Petition für jeden machbar. Sprecht über die Folgen der DSGVO, teilt Beiträge dazu. Nutzt die virale Möglichkeit der SozialMedia Kanäle. Nur eines solltet ihr nicht machen. Die Augen und Ohren verschließen, sich dem Unwissen hingeben in der Hoffnung, irgendwer wird das schon richten. Genau das wird nicht einfach so passieren. Wir alle sind dafür verantwortlich, die Stimme zu erheben und die Regierung mit Nachdruck spüren zu lassen, dass wir ihre Pflicht uns gegenüber kennen, die im Artikel 85 der DSGVO von der EU auferlegt worden ist, und diese einfordern.

 

Gestern sagte ich, Geld ist Macht.

Heute füge ich hinzu, Wissen ist ebenfalls Macht und die Fähigkeit zu Denken, macht das Wissen zu einer Waffe, die mit nichts in der Welt aufgewogen werden kann. Wieso also sollten wir uns zum Nicht-Denken (um)erziehen lassen?

 

Eure Rike

 

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