Migräne

 

Migräne. Für viele ist das NUR Kopfschmerz oder eine Ausrede. Leider handelt es sich hierbei um eine eigene Erkrankung der Nerven und nicht um eine Begleiterscheinung z. B. durch Kieferfehlstellungen, Verspannungen ect. pp.

Fakt ist dagegen, dass Migräne je nach Art und Ausprägung das Leben der Betroffenen arg beschneidet. Klassisch wird zwischen Migräne mit und ohne Aura unterschieden. Die Aura ist eine Sehbeeinträchtigung und geht dem Migräneschmerz voran, ein sicheres Zeichen also was darauf folgt. Der Schmerz tritt einseitig, pulsierend bis stechend im Schläfenbereich auf, betrifft oft auch das Auge der jeweiligen Schläfenseite und kann von einer Seite zur nächsten wandern. Möglich sind auch Begleiterscheinungen, die den Betroffenen zusätzlich schwer zu schaffen machen. Hierzu zählen Übelkeit, Gehör-, Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Schwindel ist auch möglich.

Die Migräne zählt aufgrund ihrer Dauer von 1-3 Tagen zu den chronischen Erkrankungen und wird sogar im Katalog für Schwerbehinderung des Versorgungsamtes mit 3 Schweregraden geführt. Zwischen den Anfällen liegen manchmal Pausen von wenigen Stunden, Tagen, Monaten. Voraussagen lässt sich der nächste Anfall nie mit absoluter Sicherheit. Wer jedoch seine eigenen Trigger - sogenannte Auslöser - kennt, dem ist es möglich, sich darauf einzustellen. Doch diese Trigger sind manigfaltig und bedürfen einer genauen Beobachtung.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Migräne erst startet, sobald das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen kommt, sprich die Schmerzrezeptoren sind über ihr aushaltbares Maß überlastet. DAS ist von Mensch zu Mensch verschieden und kann nicht trainiert werden. Die Migräne lässt sich mit Schmerzmitteln kontrollieren. Sie schalten jedoch nur die Schmerzen ab, während die Migräne im Hintergrund weiterläuft. Belastbar ist man in diesem Zustand oft nicht mehr, zumal die Begleiterscheinungen nicht zwangsläufig verschwunden sind.

Migränepatienten sieht man ihre "Behinderung" für gewöhnlich nicht an, vielleicht bei genauerer Betrachtung während eines akuten Anfalls, wenn man die betroffene Person gut kennt oder eine gute Beobachtungsgabe besitzt. Die Pupillen sind bei Lichtempfindlichkeit stark verkleinert. Am besten hilft man diesen Menschen mit Verständnis für ihre Situation und entlastet sie, nicht mit dümmlichen Phrasen, die nur zusätzlich belasten. 

 

 

Wieso schriebe ich das?

 

Nun, zum einen bin ich selbst seit 20 Jahren Migränikerin und kann von so vielen Kommentaren und Verhaltensmustern anderer Menschen ein Lied singen. Zum anderen sehe ich in unserer Gesellschaft einen Leistungsdruck, der selbst für kerngesunde Menschen nicht immer zu bewältigen ist. Ich möchte mit diesem Kurzbericht - mehr wie eine grobe Darstellung des Themas ist es nicht und weitaus komplexer - aufmerksam auf etwas machen, das keine Minderheit mehr betrifft.

Migräne kann angeboren sein, sie kann sich aber auch im Laufe des Lebens entwickeln. Bereits Kinder leiden unter Migräne. Der zusätzliche Druck in den Schulen und teilweise im Elternhaus sind dabei grausame Erfahrungen. Im beruflichen Alltag geht das Leiden weiter. Da muss Mann/Frau fehlerarm arbeiten und belastbar sowie flexibel sein. Der Chef verlangt es schließlich. Das ist mit Migräne kaum machbar. Und noch etwas, zu häufiges Kranksein kann einen Kündigungsgrund darstellen, von unzureichender Arbeitsqualität will ich gar nicht erst reden. Erkennt ihr die Zwickmühle?

So, ich hoffe, ich konnte ein paar von euch zu diesem Thema sensibilisieren. Es würde mich zumindest freuen.

 

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